Bauökologie

Anpassung an die UmweltAnpassung von KreisläufenGesunde Häuser bauen
Haushalten mit RessourcenÖkologieÖkologische BaumaterialienÖkologische Farben

Bauökologie (international auch green building genannt) basiert auf der umfassenden Lehre über die Wechselwirkungen zwischen dem Menschen, seinem bebauten Umfeld und dem Ökosystem, aber auch über nachhaltiges und schadstofffreies Bauen, ausgehend von entsprechnder Technologie. Dies geschieht unter dem Anspruch, den kommenden Generationen ein tragfähiges Umfeld zu hinterlassen.

Die Grundpfeiler der Bauökologie:

  • Auswahl eines ökologischen Bauplatzes (Infrastruktur, öffentliche Verkehrsmittel, Rücksicht auf das Landschaftsbild)
  • Bauen mit ökologischen Materialien; die Rohstoffe sollen unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit ausgesucht und eingesetzt werden und auch recyclingfähig sein. Außerdem sollen die Baustoffe mit geringem Energieeinsatz hergestellt worden sein, auch hinsichtlich der Transportwege (also bevorzugt regional produziert).
  • Baustoffe, die ökologisch bedenklich sind oder sogar Schadstoffe enthalten, sollen vermieden werden.
  • Der niedrige Energieverbrauch eines Baus wird erreicht durch:
    – optimale Anwendung von Sonnenenergie
    – energiesparende Wärmeisolierung
    – Einklang zwischen Bauphysik und technischer Ausstatttung
    – ernergiesparende Technik
    – der Energiebedarf wird durch erneuerbare Energiequellen gedeckt (Sonnenwärmw, ökologische Brennstoffe)
  • Halte die bebaute Fläche klein oder/und integriere Grünpflanzen.
  • Regenwasser sollte genutzt werden, d.h. trenne Trink- und Brauchwasser, welches für Reinigung und Bewässerung verwendet werden kann.
  • Biologische Pflanzen-Kläranlage zur Abwasserreinigung; natürlicher Badeteich

Anpassung an die Umwelt

Professor und Architekt Varis Bokalders und Architekt Maria Block leiten ihr Buch The whole Building Handsbook mit folgendem Text ein:

Wir sind dabei, unseren schönen Planeten Erde zu zerstören – und damit die Voraussetzung für unser Leben. Immer mehr Menschen erkennen die Notwendigkeit, die Umweltzerstörungen zu bremsen und eine nachhaltige bzw. umweltfreundliche Gesellschaftsentwicklung zu gestalten. Es eilt. Wir müssen unsere Lebensweise jetzt verändern. Viele Wissenschaftler und unparteiische Experten meinen, dass uns nur wenige Jahrzehnte bleiben, um eine nachhaltige Entwicklung mit allem, was dazugehört, zu gestalten.

Umweltanpassung ist einer der Grundpfeiler der Baubiologie:

Sich an den Bauplatz anzupassen bedeutet, dass dieser Platz untersucht werden muss: hinsichtlich Natur, Klima, Gesellschaftsstrukturen und menschlicher Aktivitäten. Man geht bei der Platzierung der Gebäude von den Voraussetzungen des Bauplatzes aus, um Harmonie mit der Natur und für den Menschen zu schaffen. Bestehende Gebäude werden erhalten und ebenfalls an die Umwelt angepasst, schreiben Bokalders und Block.

Während der Untersuchungs- und Planungsphase haben wir die Natur und deren Ressourcen, das Klima, die örtliche Gesellschaft und die Hügellandschaft von Österlen studiert. Wir untersuchten und dokumentierten die Geschichte des Hofs, die Wasserquellen, Topographie, Bodenarten, Vegetation, Fauna, Winde, Sonnenstand, Umweltgefährdungen, Abwasser- und Raumwärme-Infrastruktur. Unsere Absicht dabei war, bestehende Bauten zu erhalten und sie dem Platz und dem Umfeld anzupassen, ebenso unsere Vision samt den dazugehörigen Neubauten.

Beispielsweise kamen alle Bauten auf Stellen, die man wegen der Bodenbeschaffenheit nicht bepflanzen kann, wie steinige und z.T. saure Moränenböden. Die Zukunftswerkstatt wurde zwischen vorgefundenen Steinen, Bäumen, Flieder, einer Tanne und vier Buchen gebaut. Auch die Wahl von Baumaterialien und Konstruktionen, Formen, Farben etc. richtete sich nach Kriterien, die vom Bauplatz abhingen. Den Energieberechnungen liegen lokale Klimadaten und Lambdawerte zugrunde. Daraus ergaben sich wiederum Art und Stärke von Materialien, die Konstruktionen, Fenster usw. Die Klimadaten liegen auch der Auslegung unseres kombinierten Wärmesystems und der Platzierung der Solarzellen und -kollektoren zugrunde.

Anpassung von Kreisläufen

Kreisläufe zu schließen ist einer der Hauptpfeiler der Baubiologie.

Das Schließen von Kreisläufen wird erreicht, indem sowohl die Wärmeerzeugung als auch die Stromproduktion mit erneuerbaren Energien geschieht. Das Abwassersystem wird so ausgeführt, dass die Nährstoffe wiedergewonnen werden. Damit organisches Material aus Abfall und Abwässern zu Anbauflächen zurückgeführt werden kann, müssen Grünland bzw. Anbaufläche und die Bebauuung integriert sein, schreiben Bokalders und Block.

Die Erwärmung von Wasser für das Leitungssystem geschieht durch ein integriertes Wärmesystem, das aus einer kombinierten Holz- und Solarheizung mit Pufferspeicher besteht. Die Photovoltaikanlage produziert Strom und das Backupsystem mit Batterien speichert den Notstrom. Unsere Klimadaten liegen auch diesem System zugrunde.

Organisches Material wird kompostiert, Fäkalien und Urin werden zur Wiedergewinnung von Nährstoffen zu den Anbauflächen zurückgeführt. Das Grauwasser wird in einer Markanlage (biologische Kläranlage) gereinigt.

Gesunde Häuser bauen

Gesunde Häuser zu bauen ist einer der Grundpfeiler der Baubiologie:

Gesunde Häuser bauen gelingt, wenn man bei der Wahl der Materialien von Gesundheits- und Umweltaspekten ausgeht. Dabei geht es um ein gesundes und komfortables Raumklima, die technische Ausführung soll Probleme mit Feuchtigkeit, Radon und Lärm vermeiden sowie die Pflege und Reinigung erleichtern. Die Umweltziele steuern den gesamten Planungs- und Bauprozess, schreiben Bokalders und Block.

Wir haben Baumaterialien gewählt, die im Buch von Bokalders und Block als „empfehlenswert“ bzw. „akzeptabel“ bezeichnet wurden. Dazu gehören Lehm, Schiefer, Lärchenschindeln, Stein, Stroh, Holz und Tonziegeln; als Isoliermatierial Hanf, Leinen Schafwolle, Holzwolle Schaumglas und Zellulose. Die Installationen im Haus der Begegnung wurden in der Lehmschicht gelegt. Durch unterschiedliche Techniken wie Isolierung mit umweltfreundlichen Dampfsperren, Wind- und Dachpappe. Leinöl- und Eitemperaanstriche, Lärmverglasung, einen Lärmschutzwall, Radonsanierung usw. wurden überall nachhaltige Lösungen gefunden. Ecotopia auf Österlen bietet sogar Ökohütten ohne Strom für elektrizitätssensible Personen an. Alle Räume sind leicht zu pflegen. Die Umweltziele gemäß den Bewertungskritierien für die Umweltzklassifizierung haben insgesamt den Planungs- und Bauprozess gesteuert.

Haushalten mit Ressourcen

Das Haushalten mit Ressourcen ist einer der Hauptpfeiler der Baubiologie.

Mit Ressourcen hauszuhalten wird erreicht, indem ressourceneffektiv gebaut, Wärmebedarf und der Stromverbrauch minimiert und wassersparende Technik angewandt wird. Die Abfallmengen werden reduziert, Altstoffe sortiert bzw. kompostiert, wiederverwendet oder in den Anbau integriert, schreiben Bokalders und Block.

Um die alten Hofgebäude ressourceneffektiver zu machen, haben wir die oberste Geschossdecke mit Zellulose isoliert und ein neues Dach aufgesetzt. Den Neubauten liegen genaue Energieberechnungen zugrunde, und zwar für ressourceneffektive Lösungen wie Minimierung des Wärmebedarfs durch die Wahl entsprechender Materialien und Dimensionierungen bei Fenstern, Isolierung in Türen, Fundament, Dach etc. Wärme wird etwa auch durch einen holzbeheizten Backofen gewonnen. Neben dem Energieausweis sind der Dichtheitstest und die Thermographie wichtige Instrumente für effektiven Ressourceneinsatz.

Den Stromverbrauch reduzieren wir durch den Lichteinlass vom Fenster, geeignete Gestaltung der Fensternischen, die Auswahl der Leuchten, zeitgesteuerte Beleuchtung, Erdkeller und Speisekammer ohne Kühlung, energieeffizienten Kühlschrank, Tiefkühltruhe etc.

Auf Ecotopia auf Österlen wird Müll sortiert, organisches Material kompostiert, und wir nutzen Recyclingmaterial sowie viele kleine und einige größere am Hof bzw. in der Natur vorhandene Ressourcen. Die größte Ressource ist Wasser: Der 13 Meter tiefe Brunnen hat eine Schüttung von 3700 l/Stunde. Wassersparende Technik ist also nicht so wichtig, aber hat trotzdem eine Priorität, sowie die Regenwassernutzung. Durch den Wasserüberschuss kann Ecotopia auf Österlen sein Trinkwasser mit anderen teilen.

Ökologie

Ökologie ist die

Wissenschaft von den lebenden Arten und deren Wechselwirkung mit der Umwelt.

Das Ökosystem besteht aus komplexen Zusammenhängen zwischen Pflanzen, Tieren Menschen, Mikroorganismen, Wasser, Wind, Mineralien usw.

Grundregeln der Ökologie:

  • Alles hängt mit allem zusammen.
  • Alles muss irgendwo hin.
  • Die Natur weiß es am besten.
  • Es gibt kein Gratis-Essen.

(aus Barry Commoner „The Closing Circle“)

Ökologische Baumaterialien

Die Wahl der Baumaterialien orientierte sich bei uns nach den Empfehlungen von Bokalders und Block in The whole Building Handsbook. Wir verwenden Lehm, Stein, Lecablock, Stroh und Holz; für das Dach Schiefer, Tonziegel, Gras und Lärchenschindeln; als Isoliermaterial Hanf, Leinen, Stroh, Schafwolle, Holzwolle, Zellulose und Schaumglas

Ökologische Farben

Alle Malerarbeiten wurde mit Leinölfarben, Kalk oder Eitempera (mit Eiern vom Hof!) durchgeführt. Alle Lärchenholz-Fenster sind mit Bio Impression, einem Ölfirnis, behandelt. Der regionale Leinölfarbenhersteller “Ottossons Färgmakeri” hat alle Farben nach unseren Wünschen gemischt. Die grüne Farbe hat den Namen „Ecotopiagrün“ bekommen und das Gelb für die Zukunftswerkstatt heißt Goldgelb.

Vegetarisches Bio-Imbiss

 

mit Ausstellungen

Öffnungszeiten und mehr…
Führungen und mehr…

Bed & Breakfast

Mehr info und Buchung...

Kurse 2020

 

Leider findet in diesem Jahr nur Fortbildungen in schwedischer Sprache statt. Hier findest Du diesen Veranstaltungskalender.